Gastronomie,  Handwerk

Chocolaterie + Pâtisserie Andreas Muschler

Die nächste Station unserer Reise durch die inhabergeführten Läden Freisings ist wieder etwas für alle Schleckermäuler: Wir haben Andreas Muschler in seiner Chocolaterie und Pâtisserie in der Oberen Hauptstraße besucht. Schokolade geht ja eh immer.

Seit wann gibt es deinen Laden und was hat dich dazu bewegt den Betrieb zu gründen?

„Ich habe 2014 den Betrieb mit dem Gedanken die französische moderne Pâtisserie und was sie auszeichnet zu zeigen, eröffnet.“, fängt Andreas seine Antwort an.

Dabei hat für ihn, als Sohn einer Konditor- und Bäckerfamilie in Freising, der berufliche Werdegang ganz anders begonnen: Ursprünglich hat er nämlich eine Ausbildung zum Bankkaufmann gestartet. Sehr schnell hat Andreas aber erkannt, dass sein „Herzblut im Bereich Produktion und Handwerk liegt“, wie er uns erzählt. Und so ist er ein bisschen seinem Vater und Großvater, der in Freising bereits 1955 die Bäckerei Muschler gegründet hat, gefolgt. 2008 schloss Andreas dann seinen Bäcker- und Konditormeister in München ab.
Doch auch hier war für ihn nicht Schluss. Ihn haben die Finessen der Pâtisserie gereizt und so ist er erneut losgezogen – nach Österreich und Frankreich. Er durfte u.a. bei Pierre Hermé, eine Koryphäe der Pâtisserie, die Feinheiten des Handwerks lernen: Macarons, Pralinen und kleine Törtchen.

Ich bin meinem Herzenswunsch gefolgt und habe in Österreich und Frankreich als Konditor gearbeitet.

Andreas Muschler

Schließlich wollte Andreas dann einen Ort schaffen, an dem „Leute zusammenkommen und wo der Genuss, die Sinnlichkeit auch in der Optik, im Vordergrund stehen“, erklärt er uns den Gedanken hinter seinem Laden, den er 2014 eröffnete.

Was macht deinen Laden so einzelartig?

„Es ist unheimlich wichtig zu zeigen, wie viel Arbeit in unseren Produkten steckt.“, fährt er fort, „Wenn du so ein kleines Törtchen siehst und dir denkst: ‚Wow, das ist ja ein hoher Preis‘, und dann aber erkennst wie viel Detailarbeit, wie viele kleine handwerkliche Schritte dafür nötig sind und wie viele Leute zum Gelingen beitragen, ist es eine ganz neue Sichtweise“.

Nicht zuletzt deswegen ist in dem Geschäft viel Glas verbaut, so sehen die Leute was gemacht wird, wie viel Liebe zum Detail den Produkten gewidmet wird. „Eigentlich wollte ich mir dadurch viel Werbung sparen,“, scherzt der Konditormeister, „aber ich habe trotzdem weitergemacht: Facebook, Instagram, Onlineshop und Print.“

Wie geht’s dir in der aktuellen Krise?

Seit Beginn der Beschränkungen war auch bei Andreas Muschler von einem Tag auf den anderen der Cafébereich geschlossen, was natürlich eine große Einbuße bei den Umsätzen bedeutete.

„Aber dennoch darf ich mit der momentanen Situation, vor allem wenn ich sehe wie es z.B. Restaurants und Gaststätten geht, zufrieden sein.“, ist sein Résumé: „Unser Ladengeschäft läuft relativ normal, das Ostergeschäft war auch in Ordnung – wir sind kostendeckend unterwegs.“ Besonders stolz macht ihn dann auch, dass er die Arbeitsplätze seiner 15 Beschäftigten erhalten kann und dass sie auch während der Krise produzieren und verkaufen.

Vor allem seit Ostern vorbei ist, ist dennoch deutlich weniger los im Geschäft. Darum hoffen Andreas und sein Team, dass es bald mit dem Außenbereich auch wieder Cafébetrieb geben wird und dass die Leute kommen – auch wenn mit größeren Abständen.

Doch der Unternehmer war findig und hat für seine süßen Kleinigkeiten einen Lieferservice eingerichtet, der auch sehr gut angenommen wird. So konnte er sich auch auf den Ausbau seines Onlineshops stürzen.

Was bringt die Zukunft für dich und dein Geschäft?

„Sehr interessant ist der Onlinemarkt, auch wenn die Monate Mai bis August von den Temperaturen her schwierig sind für den Versand – selbst mit Kühlboxen.“, berichtet Andreas.

Großes Thema bei ihm ist auch die anstehende Großbaustelle in der Oberen Hauptstraße mit Öffnung der Moosach: „Wenn das mal abgeschlossen ist, wird das echt super mit neuen Oberflächen, geöffneter Moosach mit drei Stufen und einer Brücke.“, freut sich Andreas trotzdem irgendwie. Dabei befürchtet er aber auch, dass es wohl so manchem Betrieb auch das Genick brechen könnte. Für sich hofft er, dass die Leute Geduld mitbringen und dennoch online bestellen und auch weiterhin in seiner Schaubackstube mit Café vorbeischauen und sich ein paar Momente des Genuß‘ gönnen.

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