Bekleidung,  Einzelhandel

Fashion and More

Nachhaltigkeit ist im Laden von Günther Sesselmann das große Thema. Von Kleidung über Sonnenbrillen bis Trinkflaschen bekommt ihr im Fashion and More eine gigantische Produktpalette geboten, bei der ihr kein schlechtes Gewissen nach dem Kauf haben werdet.

Wie lange gibt es deinen Laden schon?

Günther, seines Zeichens Betriebswirt, hat vor sieben Jahren sein Konzept von Grund auf geändert. Seit über 30 Jahren ist er zwar schon im Geschäft, war bis 2013 aber als konventioneller Bekleidungshändler tätig. Irgendwann hat ihm das nicht mehr gefallen, er fühlte sich „als der verlängerte Arm Bangladeschs“, wie er uns im Interview schildert: „Erstmal hat es gestunken wie die Pest, wenn die Ware gekommen ist. Anfangs macht man sich über die Menschen, die das produziert haben, gar nicht die richtigen Gedanken.“ Als dann in Bangladesch eine Produktionsstätte eingestürzt ist und ca. 1600 Menschen ums Leben gekommen sind hat Günther umgedacht: „Damit will ich nicht meine Brötchen verdienen!“

Also hat er sich umgeschaut, mit vielen Leuten gesprochen und als er dadurch erkannt hat, dass eine Umstellung des Betriebs auch Sinn ergibt, hat er Nägel mit Köpfen gemacht. Anfangs lag der Schwerpunkt auf Bekleidung aus Hanf. Heute ist das Geschäft mit einem unglaublichen Sortiment an nachhaltigen Produkten ausgestattet – Hanf spielt aber nach wie vor eine zentrale Rolle. Die Philosophie hinter seinem Geschäftsmodell erklärt uns Günther so: „Mit den Produkten, die ich hier verkaufe, möchte ich weder Mensch noch Tier noch die Natur beeinträchtigen.“

Was macht dein Geschäft einzelartig?

„Bei mir kann man sich nachhaltig, ökologisch und fair eindecken.“, sagt Günther und ergänzt: „Alles, was hier steht ist bio, fair und sozial. Das checken wir alles ab, bevor wir etwas in den Verkauf bringen.“ Dazu ist ein gutes Netzwerk nötig und Günther ist der erste, der erfährt wenn sich schwarze Schafe unter den Produkten einschmuggeln würden: „In den letzten sieben Jahren habe ich vielleicht zwei Produkte aus dem Sortiment nehmen müssen.“, denkt er nach.

Außerdem plant Günther eine Erweiterung seines Ladens: „Hinter dem Flachbau“, fängt er an, als wir in seinem coolen Innenhofcafé sitzen, „kommt nochmal ein Garten, der doppelt so groß ist wie der hier. Da möchte ich dann als eine Art Freilichtmuseum einen Bereich für Urban Gardening schaffen.“ Dass er seinen Laden sehr offen führt und dass nicht immer der pure Verkauf im Vordergrund steht, merkt man dem energiegeladenen Unternehmer an. „In erster Linie sollen die Leute sehen, dass es hier geile Produkte gibt und dass nachhaltiges Leben nicht teurer sein muss als H&M, Rossmann und Co“, erklärt uns Günther seine Einstellung.

„Vielen Leuten ist gar nicht bewusst, wie einfach man sich nachhaltig ausstatten kann. Hätte ich meinen Namen zum Beispiel in ‚Gänseblümchen‘ oder ‚Grüne Erde‘ geändert damals, wären die Leute gar nicht zu mir gekommen. Und so sehen sie: ‚Geil, das ist ja der Wahnsinn und es kostet gar nicht mehr ist dafür aber bio, fair und sozial.‘“, sagt Günther.

Wie betrifft dich die Coronakrise?

„Die letzten sieben Wochen haben mir etwa so viel gebracht wie zwei Semester Studium.“, ist das erste was wir auf die Frage zu hören bekommen. Weil er auch Lebensmittel und Naturkosmetik im Sortiment hat, durfte er seinen Laden öffnen. Der Verkauf von Kleidung war allerdings nicht erlaubt: „Das ist der totale Schwachsinn: Die Produkte stehen eh im Laden, du steckst damit auch niemanden an.“, wundert er sich über die Vorschriften. Doch die Not macht erfinderisch und so hat er innerhalb weniger Stunden Videoshopping angeboten: „Das hat ganz gut geklappt, aber es reicht überhaupt nicht um kostendeckend unterwegs zu sein und den Laden auf Dauer aufrechtzuerhalten.“, ist sein Resümee.
Begeistert ist er jedoch von den Ladenrettern, die für die 60 Betriebe in der Freisinger Innenstadt innerhalb weniger Tage rund 35 Tausend Euro an Gutscheinen umgesetzt haben.

Ihm ist aber auch aufgefallen, dass Corona nicht nur zusammengeschweißt hat, sondern auch für Trennungen gesorgt hat. „Was nicht schön ist an der ganzen Thematik, das sind die üblen Denunzierungen, die aufgeflammt sind.“, fasst Günther seine Eindrücke für uns zusammen.

In einem neuen Projekt, das in den kommenden Wochen an den Start gehen soll und das das ganze nachhaltige Leben ins Netz bringen wird, will Günther mit Homepage und Onlineshop durchstarten. Unter dem Namen „Thinxgreen“ findet ihr das Projekt schon auf Instagram und Facebook: „Mit ‚Fashion and more‘ brauche ich wegen der vielen Shops nicht ins Netz gehen. Thinxgreen wird modern, jugendlich, fortschrittlich und nachhaltig.“, erklärt uns Günther seinen Entschluss online aktiver zu werden.

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